Archiv der Kategorie: Hattie-Studie, Visible Learning

„Visible learning“

Jeder dritte Schülerjahrgang lernt unter anderen Voraussetzungen und Vorgaben der Bildungspolitik.

Die Unterrichtskonzepte ändern sich nicht deshalb, weil sie sich als untauglich erwiesen haben. Nach Belegen für ihre Wirksamkeit wird selten gefragt. Sie werden abgelöst, weil die Politik es will! Es wird auf Kosten ganzer Schülerjahrgänge auf Anweisung der Kultusbehörde experimentiert.
“Pädagogische Fragen sind leider häufig eine Domäne parteipolitischer Interessen, wobei politische Parameter und manchmal auch ideologische Standpunkte Vorrang vor sachlogischen Gesichtspunkten haben”.
Prof. Ulrich Steffens im Artikel: Mit den Augen der Lernenden, siehe weiter unten.


An seinen Untersuchungen kommt niemand vorbei, der sich mit Schule befasst: John Hattie gilt als der weltweit einflussreichste Schulforscher. Zurzeit lehrt er als Professor für Erziehungswissenschaften an der University of Melbourne.
Die Metaanalyse “Visible Learning” (2008) des neuseeländischen Bildungsforschers John Hattie erschien unter dem Titel “Lernen sichtbar machen” auf Deutsch (übersetzt und überarbeitet von Prof. Wolfgang Beywl und Prof. Klaus Zierer, siehe Bücherliste).
Die sog. “Hattie-Studie” gilt als die umfangsreichste Darstellung der weltweiten Unterrichtsforschung. Die Studie bietet einen einzigartigen Überblick über die internationale Lehr- und Lernforschung. Die Arbeit ist vor allem aus zwei Gründen einzigartig. Erstens wird zum ersten Mal eine Forschungsarbeit über das breite Spektrum von 138 Einflussfaktoren zum Lernerfolg vorgelegt. Und zweitens wird zum ersten Mal der Versuch einer Gesamtschau aller Studien unternommen, die zu diesen Einflussfaktoren vorliegen. Nachdem Hattie 15 Jahre lang 960 Metaanalysen und damit 50.000 Einzelstudien untersuchte, an denen mehr als 260 Mio. Schüler/-innen beteiligt waren, kommt er zu einem ganz simplen Ergebnis:

Strukturänderungen bringen nichts! Auf den Lehrer kommt es an!

Seit 2011 wurden auch Hatties Studienergebnisse in Deutschland diskutiert. Man darf gespannt sein, wie die Erziehungswissenschaft, die Bildungspolitiker und die Kultusbürokratien mit diesen Erkenntnissen umgehen werden. Nachfolgend an dieser Stelle einige Artikel und Webseiten. So können Sie sich schnell einen Überblick über die Diskussion der Studienergebnisse in einschlägigen Print- und Onlinemedien machen (siehe auch unter: Hattie-Studie, Kommentare). Beim Studium der bereitgestellten Unterlagen sind Sie gut informiert für die Gestaltung Ihres eigenen Unterrichts und für jede Eltern- wie auch Gesamtkonferenz.


Mit den Augen der Lernenden

Stephan Lüke, 15.06.2012

Stephan Lüke interviewt den Erziehungswissenschaftler Ulrich Steffens, der seit 30 Jahren die Qualität von Schulen untersucht. Als Leiter der Arbeitseinheit Schulqualität im hessischen Institut für Qualitätsentwicklung hat er sich intensiv mit der Studie “Visible Learning” des Direktors des Melbourne Education Research Institute, John Hattie, auseinandergesetzt.

zum Artikel:  Ganztagsschulen.org, 15.06.2012, Stephan Lüke, “Mit den Augen der Lernenden” – Interview mit dem Erziehungswissenschaftler Ulrich Steffens

John Hatties Forschungsarbeiten zu gutem Unterricht

Zentrale Befunde aus der Schul-und Unterrichtsforschung. Eine Bilanz aus über 50.000 Studien.

Datum: 20.06.2011

Die zentralen Einflussgrößen für den Lernerfolg von Schülerinnen und Schülern bilanzieren – dies ist die Substanz der viel zitierten Hattie-Studie. Dabei handelt es sich nicht um irgendeine Bilanz, vielmehr geht es um einen einzigartigen Überblick über die internationale Lehr-und Lernforschung.

zum Aufsatz:  Institut für Qualitätsentwicklung, Wiesbaden, Ulrich Steffens und Dieter Höfer


Was ist das Wichtigste beim Lernen? Die pädagogisch-konzeptionellen Grundlinien der Hattieschen Forschungsbilanz aus über 50.000 Studien.

Datum. 12.09.2011

Während im vorausgegangenen Beitrag (20.06.2011) die zentralen Forschungsbefunde der Hattie-Studie im Mittelpunkt standen, befasst sich der vorliegende Beitrag mit Hatties pädagogisch-konzeptionellen Grundlinien.
Themen:
• Die zentrale Bedeutung der Lehrperson für den Lernerfolg
• „Visible learning“
• „What teachers do matters“
• Hatties Lernmodell
• Hatties Lehrerbild
• Lehrpersonen als aktivierende Gestalter unterrichtlicher Prozesse
• Mit den Augen der Lernenden

zum Aufsatz:  Institut für Qualitätsentwicklung, Wiesbaden, Ulrich Steffens und Dieter Höfer


aus: http://www.visiblelearning.de/einfluss-auf-den-lernerfolg-ergebnisse-der-hattie-studie


Erklärung der Effektstärke

Youtube.com

In John Hatties Studie „Lernen sichtbar machen“ dreht sich alles um Effektstärken.  In wenigen Minuten wird in einem Video erklärt, was eine Effektstärke ist, wie man sie messen kann und weshalb Hattie Effektstärken benutzt, um Lernerfolge zu belegen.


“Visible Learning for Teachers – Maximizing impact on learning”

Datum: 26.09.2012
Zusammenfassung der praxisorientierten Konsequenzen aus der Forschungsbilanz von John Hattie “Visible Learning”.

Hattie erwartet von Lehrerinnen und Lehrern, Unterricht mit den Augen der Lernenden zu gestalten. Damit meint er, dass Lehrpersonen sich darüber im Klaren sind, was einzelne Schülerinnen und Schüler denken und wissen. Die Lehrpersonen sollten sich in die Lernprozesse hineinversetzen und diese in der Perspektive der Schülerinnen und Schüler wahrnehmen können, um vor diesem Hintergrund fähig zu sein, Lernprozesse aktiv gestalten zu können.
Solche Lehrer, die sich als Lernende ihrer eigenen Wirkungen verstehen, sind hinsichtlich der Lernprozesse und Lernerfolge von Schülerinnen und Schüler die einflussreichsten.
Die „Direkte Instruktion“ (= lehrerzentrierte Lenkung des Unterrichtsgeschehens. Die Lehrperson ist in allen Lernprozessen präsent; man könnte auch sagen, dass sie die Klasse und den Unterricht im “Griff” hat. Ein solcher Unterricht darf nicht mit einem fragengeleiteten Frontalunterricht verwechselt werden) besteht nach Hattie aus sieben Schritten, und zwar aus:

• Klaren Zielsetzungen und Erfolgskriterien, die für die Lernenden transparent sind;
• Der aktiven Einbeziehung der Schülerinnen und Schüler in die Lernprozesse;
• Einem genauen Verständnis der Lehrperson, wie die Lerninhalte zu vermitteln und zu erklären sind;
• Einer permanenten Überprüfung im Unterrichtsprozess, ob die Kinder bzw. Jugendliche das Gelernte richtig verstanden haben, bevor im Lernprozess weiter vorangegangen wird;
• Einem angeleiteten Üben unter der Aufsicht der Lehrperson;
• Einer Bilanzierung des Gelernten auf eine für die Lernenden verständliche Weise, bei der die wesentlichen Gedanken bzw. Schlüsselbegriffe in einem größeren Zusammenhang eingebunden werden;
• einer wiederkehrenden praktischen Anwendung des Gelernten in verschiedenen Kontexten.
zum Aufsatz: Institut für Qualitätsentwicklung, Wiesbaden, Ulrich Steffens und Dieter Höfer


Lernprozesse sichtbar machen – John Hatties Forschungsarbeiten zu gutem Unterricht. Welche Relevanz haben sie für die Schulen in Deutschland?

Datum: 20.02.2013

Inhalte:
– Die Lehrperson als aktive Gestalterin von Lernprozessen
– Mit den Augen der Lernenden
– Lernprozessbegleitung und formative Evaluation
– „Schülerorientierung“
– Unterrichtsmethoden sind von nachgeordneter Bedeutung
– Eine wirksame Unterrichtsentwicklung ist voraussetzungsreich
– Ansatzpunkte für eine Pädagogik nach Hattie in Deutschland: der Schüler, herausfordernde und komplexe Inhalte, Evaluation und Feed-back, wirksame Methoden
– Kollegiale Kooperation als ‚Transmissionsriemen‘ für Unterrichtsentwicklung
– Weitere Professionalisierung des Personals ist unverzichtbar

zum Aufsatz:  Institut für Qualitätsentwicklung, Wiesbaden, Ulrich Steffens und Dieter Höfer

zu den Aufsätzen:
Teil 1: Die Lehrperson im Zentrum der Betrachtungen und
Teil 2: „Basisdimensionen“ des Unterrichtens.

John-Hattie-Vortrag in Berlin: Was macht Schule erfolgreich

Bildungsexperte John Hattie stellte in Berlin seine Forschungsergebnisse vor

kas_48315-1290-1-30_220John Hattie stellte am 18.11.2013 seine Forschungsergebnisse bei einer Veranstaltung der Konrad-Adenauer-Stiftung (KAS) in Berlin vor. Den gesamten Vortrag in englischer Sprache ist im O-Ton auf der Seite der KAS nachzuhören. Außerdem druckte die Stiftungszeitschrift „Die Politische Meinung“ in der Ausgabe 522/2013 zum Thema “Gymnasium” ein langes Hattie-Interview über “Great teachers”.

zum Interview:  Die Politische Meinung, Zeitschrift für Politik, Gesellschaft, Religion und Kultur, Ausgabe 522/2013, Interview: „Great Teachers“, Der Bildungsforscher John Hattie über einflussreiche, leidenschaftliche Lehrer