Schlagwort-Archiv: Digitalisierung der Schule

Die digitale Schule

Neues Lernen nach den Vorstellungen und mit den Werkzeugen des Technologiekonzerns Samsung [1]

Die Vision des Technologiekonzerns:

„Inspirieren Sie Ihre Schülerinnen und Schüler zu neuen Hochleistungen.“ [2]

Und dies mit IT-Geräte- und Softwarevorschlägen von Samsung, die eine „mobile Lösung“ für den Unterricht ermöglichen und „leicht transportiert“ werden können „um die Schülerinnen und Schüler dort zu erreichen, wo sie sich aufhalten.“ [3] Mit „zahlreichen Apps und Tools für den Unterricht“ lassen sich „Dank Samsung Classroom Management“ die Schulstunden „digital gestalten sowie effizient planen und strukturieren.“ [4]

Für Lehrerinnen und Lehrer stellt das Unternehmen auf ihrer Internetseite mit der Überschrift „Neues Lernen – Unterrichtswerkzeuge“ [5] nachfolgendes Beispiel für „eine perfekte Schulstunde“ vor.


Eine perfekte Schulstunde

8:30 Uhr
Sie starten die Schulstunde einfach per App.
Die Schüler:innen können automatisch dem Unterricht beitreten oder erst nach dem Scannen eines QR-Codes. Per Schüler Monitoring wird genau angezeigt, wer online oder offline ist.

Lassen Sie sich die Bildschirme der Schüler:innen anzeigen oder die Hausaufgaben auf Ihr Tablet senden, um die Ergebnisse zu beurteilen. Anschließend teilen Sie den heutigen „Unterrichtsstoff“ auf die Tablets der Schüler:innen. Für Wortmeldungen gibt es die Melden-Funktion.

9:15 Uhr
Dindong, Pause!
Überraschen Sie Ihre Schulklasse mit einem „echten“ Schulgong.

9:30 Uhr
Die Schüler:innen präsentieren ihre Referate im digitalen Klassenraum. Mit einer Geste machen Sie in der App den betreffenden Schüler zum Präsentator und sperren gleichzeitig alle Geräte der anderen Schüler:innen. Zu leise oder zu laut? Auch die Lautstärke können Sie einfach anpassen.

10:15 Uhr
Ende einer erfolgreichen Schulstunde. Bevor Sie die Schülergeräte sperren, lassen Sie sich die erarbeiteten Lösungen zusenden.

Anschließend können Sie gezielt alle Inhalte auf den Schüler-Tablets löschen, um die Datenschutzrichtlinien einzuhalten.

Kaffeepause
Planen Sie jetzt z.B. ganz entspannt Ihre nächsten Unterrichtseinheiten und hinterlegen Sie die Lehrmaterialien oder Apps, die Sie dafür verwenden möchten.


Um was geht es?

Samsung vermittelt den Lehrerinnen und Lehrern sowie den Bildungspolitikern, dass der weltweit agierende IT-Konzern das Lösungspaket für den „DigitalPakt Schule“ habe. So behaupten sie, dass „Samsung Neues Lernen“ „leistungsstarke und flexibel einsetzbare Produkte“ vereint, „die modernes Lernen und Lehren fördern und gleichzeitig für Begeisterung sorgen können.“ Und für den, der noch unsicher ist, behaupten sie: „Genau deshalb ist digitale Bildung bzw. die Digitalisierung an Schulen so wichtig.“ [6]

Die Implementierung digitaler Medien und Technologien prägt die bildungspolitische Agenda!

Deutlich wird, dass die zwischenmenschlichen Beziehungen unter den Schülerinnen und Schülern, die Bedeutung der Kommunikation und Interaktion zwischen Lehr- und Lernpersonen nicht über einen überraschenden „Dingdong“ zur Pause hinausgehen. All dies verschwindet bei den Vorschlägen zur digitalen Unterrichtsgestaltung in der Bedeutungslosigkeit [9] und wird kommentarlos hingenommen. Das Vorgehen im Unterricht wird zu einem „modernen Lernen und Lehren“ hochstilisiert! [10] 

Zur Bedeutung der Lehrperson äußert sich die Physikerin und Nobelpreisträgerin Anne l´Huillier in einem Interview im Tagesspiegel vom 26.3.2024: „Man lehrt nicht was man weiß, sondern was man ist. Der Grundgedanke ist, dass nichts den Lehrer als Person ersetzen kann. Man kann nicht auf dieselbe Weise unterrichten, indem man auf einen Computer schaut, sondern man muss mit einer Person sprechen. Und diese Person lehrt viel mehr als nur das Fach, sondern auch ihre Persönlichkeit, die die Schüler beeinflusst.“ [11]

Manfred Fischer für Schulforum-Berlin, 26.10.2025

Beitrag als PDF-Datei


[1] Hier könnte auch jede große deutsche Bildungs-Stiftung mit Technologieunternehmen im Hintergrund stehen. Sie agieren in ähnlicher Weise. Siehe: https://schulforum-berlin.de/schulen-im-fadenkreuz-der-lobbyisten-2/ (25.10.2025)

[2] Engartner, Tim, Raus aus der Bildungsfalle. Westendverlag, 2024, S. 118. Der Technologiekonzern Samsung wirbt nicht nur mit seinen Produkten, sondern auch mit seiner Vision für das Lernen mittels digitaler Endgeräte.

[3] A.a.O., S. 119.

[4] Siehe: https://www.samsung.com/de/business/neues-lernen/apps-fuer-den-unterricht/ (25.10.2025)

[5] A.a.O.

[6] Siehe: Digitaler Unterricht mit Samsung Neues Lernen https://www.samsung.com/de/business/neues-lernen/ Fettdruck durch Samsung.

[E]s ist kritisch anzumerken, dass die Bezeichnung „digitale Bildung“ irreführend ist und eher als positiv konnotiertes, euphemistisches Synonym für die Einführung digitaler Lehr- und Lernmittel sowie das Forcieren digitaler Kompetenzen im Diskurs genutzt wird. […] (Fußnote S. 32). Siehe: Annina Förschler (2018): „Das ‚Who is who?‘ der deutschen Bildungs-Digitalisierungsagenda – eine kritische Politiknetzwerk-Analyse“. In: Pädagogische Korrespondenz, 58/18: S. 31-52. (25.10.2025)

[7] Siehe: https://www.bertelsmann-stiftung.de/de/themen/aktuelle-meldungen/2017/november/it-ausstattung-an-schulen-finanzierung-ist-eine-milliardenschwere-daueraufgabe/ (25.10.2025)

[8] Das Agieren von Bertelsmann ist beispielhaft für das Arbeiten von Stiftungen im Bildungsbereich, https://www.gew-hamburg.de/themen/bildungspolitik/perfektes-zusammenspiel (25.10.2025)

[9] Siehe auch: Bundeszentrale für politische Bildung, „Mit oder ohne Tablet lernen?! Über Argumente aus der Digitalisierungsdebatte in Schweden und Dänemark“, https://www.bpb.de/lernen/digitale-bildung/werkstatt/549556/mit-oder-ohne-tablet-lernen/#footnote-reference-8 (25.10.2025)

[10] Siehe auch: https://schulforum-berlin.de/verschleierung-und-verwirrung-als-roter-faden/ (25.10.2025)

[11] Siehe: https://www.tagesspiegel.de/wissen/physik-nobelpreistragerin-anne-lhuillier-eine-frauenquote-erzeugt-nicht-automatisch-gerechtigkeit-11217106.html  (25.10.2025)

Raus aus der Bildungsfalle

Warum wir die Zukunft unserer Kinder gefährden – Digitalisierung ist nicht die Lösung, sondern das Problem

Raus aus der Bildungsfalle, Tim Engartner, Westend Verlag, 2024, siehe auch rechte Seitenleiste

Blick ins Buch

Textauswahl durch Schulforum-Berlin

Der Leitsatz „Wer fordert, fördert“ ist zunehmend verpönt. Getragen von der bei vielen Müttern und Vätern vorherrschenden Scheu, Leistung von ihren Kindern einzufordern, setzen auch immer weniger Lehrende auf Bildung durch Anstrengung. […] Die Vermittlung von Wissen tritt immer mehr in den Hintergrund. (S. 25)

Abkehr vom Leistungsprinzip

Disziplin, Fleiß und Zuverlässigkeit werden immer häufiger ausschließlich als Ausdruck autoritär angelegter Lehr- und Lernarrangements wahrgenommen. Als bürgerliche Tugenden sind diese übergeordneten Lern- und Erziehungsziele heutzutage mehrheitlich verpönt, sodass Eltern und Lehrkräfte immer seltener für die erfolgreiche Lernprozesse unverzichtbare Anstrengung einfordern. Vergessen scheint die Einsicht, dass Lernen nicht nur dem Vergnügen dient. (S. 45)

Obwohl diejenigen, die nicht wissen, wo sie hinwollen, leicht dorthin gelangen, wo sie nicht hinwollen, stehen jüngere Bildungskonzepte immer häufiger unter der Überschrift „Autonomes Lernen“ beziehungsweise „Offener Unterricht“. Kinder und Jugendliche sollen frei und unabhängig, das heißt, ohne eindeutigen Instruktionen folgen zu müssen, spielen und lernen können. Statt autoritärem Frontalunterricht mit der Lehrkraft im Zentrum sollen eindeutig die Lernenden im Mittelpunkt des Geschehens stehen und eigenständig, das heißt auch in ihrem Tempo, lernen. Doch an der Umsetzung hat es gehapert, denn jeder von uns, der eine Fremdsprache gelernt, für eine Mathearbeit geübt oder eine Englischklausur geschrieben hat, weiß, wie ungemein herausfordernd die eigenverantwortliche Gestaltung des Lernprozesses ist. Es ist eine Binsenweisheit, dass wir im Zuge von Bildungsprozessen nicht Wissen erwerben, sondern auch lernen müssen zu lernen. Das aber ist komplexes Unterfangen, das Schritt für Schritt erschlossen werden muss. (S. 46)

Silicon Valley im Klassenzimmer

Alphabet, Amazon, Microsoft und Meta sind neue Zentren der Macht, die sie in einem bisher unbekannten und kaum einzuhegenden Maße nun auch auf dem Bildungssystem ausüben. Doch nicht nur sie drängen auf den Bildungsmarkt, sondern auch Stiftungen, Non-Profit-Organisationen und Verbände. Beflügelt von der Idee, Bildung neu zu denken, engagieren sie sich mittels Projektfinanzierungen und Medienkampagnen für die Etablierung digitaler Markt- und Infrastrukturen an Schule und Hochschulen. Akteure wie das Bündnis für Bildung oder das Forum Bildung Digitalisierung werben mit ihrer vermeintlichen Neutralität, meinen damit aber häufig lediglich, dass sie produktneutral agieren. Sie werben also nicht für bestimmte Produkte, betonen aber bei jeder Gelegenheit, dass digitale Produkte in jedem Fall genutzt werden sollen. Um mögliche Kritik vorzubeugen, argumentieren sie mustergültig mit Partizipation, demokratischer Teilhabe oder Gemeinschaft und finden auch dadurch nicht nur Resonanz in der Öffentlichkeit, sondern auch Akzeptanz in der Politik. (S. 116)

Doch damit nicht genug. Mit dem DigitalPakt Schule wurde offenbart, dass die Digitalisierung des Bildungswesens bislang in erster Linie durch handfeste ökonomische Interessen und nicht durch pädagogische Konzepte geprägt war. (S. 117)

So wirbt der Tech-Gigant Apple für eine intensive Einbindung seiner Produkte in den Unterricht:

„Seit 40 Jahren unterstützt Apple Lehrerinnen und Lehrer dabei, das kreative Potenzial jedes einzelnen Schülers freizusetzen. Heute tun wir das auf mehr Arten als je zuvor. Und das nicht nur mit leistungsstarken Produkten. Sondern auch mit Werkzeugen, Inspirationen und Programmen, die Lehrkräften dabei helfen, geradezu magische Lernergebnisse zu schaffen.“ (S. 118)

Der Technologiekonzern Samsung wirbt nicht nur mit seinen Produkten, sondern auch mit seiner Vision für das Lernen mittels digitaler Endgeräte:

„Inspirieren Sie Ihre Schülerinnen und Schüler zu neuen Hochleistungen. Das Samsung Literacy Lab ist eine umfassende mobile Lernlösung, die entwickelt wurde, um die Lesefähigkeit von Schülerinnen und Schülern der Jahrgangsstufe 3 bis 12 zu fördern. Das Literacy Lab kombiniert ein Samsung Chromebook 3 oder Galaxy Tab E mit dem branchenführenden Leseprogramm iLit von Pearson[1]. Es handelt sich um eine mobile Lösung, die leicht transportiert werden kann, um die Schülerinnen und Schüler dort zu erreichen, wo sie sich aufhalten“. (S.118)

Auch Microsoft vermarktet seine Lobbyarbeit unter dem Bildungsauftrag der Chancengleichheit: „Grenzenlose Lernchancen eröffnen“ und „Engagement für Barrierefreiheit und Inklusion“ lauten die Slogans. Mit Hilfe der von Mikrosoft angebotenen Soft- und Hardware sollen Schülerinnen und Schüler jeweils individuell gefördert werden, wodurch „personalisierte Lernerfahrungen“ und die „Chance für jeden Schüler, in der Schule und im Leben Erfolg zu haben“, in Aussicht gestellt werden. (S. 129)

Schulen im Fadenkreuz der Lobbyisten

Die Ausführungen zeigen, dass die Digitalisierung des Bildungswesens sowohl US-amerikanischen Technologieunternehmen als auch in Deutschland ansässigen Betrieben und ihren Interessenvertretungen [Beispiel „Forum Bildung Digitalisierung“[2] die Klassentüren weit aufgestoßen hat. Längst haben sie die Schule als Geschäftsfeld und Werbeplattform erschlossen. (S. 138)

Als bildungspolitisch besonders einflussreich erweisen sich hierzulande die über 21000 Stiftungen, von denen 37 Prozent im Bereich Bildung und Erziehung, 34 Prozent in Kunst und Kultur sowie 19 Prozent in Wissenschaft und Forschung tätig sind. Einer der wirkmächtigsten Player in der Bildungspolitischen Debatte ist die Bertelsmann Stiftung, deren operatives Wissen, funktionales Know-how und personelles Rückgrat sie zu einem – wenn nicht gar dem – zentralen privaten Akteur in der bundesdeutschen Bildungslandschaft hat werden lassen. (S. 142)

Bildungs- und Erziehungsarbeit stärken

In unserem derzeitigen Bildungssystem stehen sich der Wunsch nach mehr Individualisierung durch weitreichende Entfaltungs- und Entwicklungsmöglichkeiten des oder der Einzelnen einerseits und die Forderungen nach gesellschaftlichem Zusammenhalt andererseits vielfach unversöhnlich gegenüber. […] Als sozialer Ort müssen vor allem Kitas und Schulen dafür sorgen, dass Lernen sich durch weitaus mehr auszeichnet als durch das Erwerben von Kompetenzen, die über die inzwischen sehr zahlreichen international vergleichenden Leistungsstudien besonders prominent in den Blick genommen werden. Unabhängig davon, welche Bedeutung man den diversen Leistungsstudien beimisst, darf ein ehernes Prinzip nicht in Vergessenheit geraten: Zwischenmenschliche Beziehungen, die sich nicht nur zwischen Schülerinnen und Schülern, sondern auch aus der Interaktion zwischen Lehr- und Lernpersonen ergeben, dürfen nicht in der Bedeutungslosigkeit verschwinden. Nahezu jeder von uns ist während seiner Schulzeit von ein oder zwei Lehrkräften in besonderer Weise geprägt worden. Diese Prägung erfolgt in der Regel nicht nur über die Dimension der Wissensvermittlung, sondern auch über die Persönlichkeit der Lehrkraft. Deren Prägekraft ist umso größer, je eindeutiger Kindern Bildungsaspirationen über das Elternhaus versagt bleiben. (S. 223-224)

Hervorhebungen durch Schulforum-Berlin


[1] Pearson ist eines der weltweit führenden und größten Bildungsunternehmen und Vorreiter im Bereich der digitalen Wissensvermittlung und Online-Bildung. https://www.pearson.de/ueber-uns?srsltid=AfmBOoqAuBd_MUvPhzrMJFyq3WVTsX7sZ75uU4K4ZmmY2Ur9KtI7aIL5 (18.10.2025)

„Pearson finanzierte beispielsweise Studien, mit denen unabhängige Analysen angefochten wurden, die ihrerseits gezeigt hatten, dass die Produkte von Pearson keine Wirkung hatten.“ Aus: Technologie in der Bildung EIN WERKZEUG – ZU WESSEN BEDINGUNGEN? https://unesdoc.unesco.org/ark:/48223/pf0000386147_ger  (S.11) (18.10.2025)

[2] Im Forum Bildung Digitalisierung sind derzeit zehn große deutsche Stiftungen mit Technologieunternehmen im Hintergrund Mitglied: Deutsche Telekom Stiftung, Bertelsmann Stiftung, Dieter Schwarz Stiftung, Dieter von Holtzbrinck Stiftung, Heraeus Bildungsstiftung, Joachim Herz Stiftung, Robert Bosch Stiftung, Siemens Stiftung, Vodafone Stiftung Deutschland und Wübben Stiftung Bildung. Berlin ist Netzwerk, Bühne und Treffpunkt für die wichtigsten Debatten über Bildung.

Gesundheitsstadträte fordern umfassendes Handyverbot an Berliner Schulen

Mit einem offenen Brief [1] appellieren die Bezirksstadträtinnen und -räte für Gesundheit und Jugend von Marzahn-Hellersdorf (Gordon Lemm), Steglitz-Zehlendorf (Carolina Böhm) und Tempelhof-Schöneberg (Oliver Schworck) eindringlich an die Berliner Senatorin für Bildung, Katharina Günther-Wünsch, und die Senatorin für Gesundheit, Dr. Ina Czyborra, ein umfassendes Handyverbot an allgemeinbildenden Schulen zu erlassen.

Der Vorstoß zielt darauf ab, die notwendigen rechtlichen Rahmenbedingungen zu schaffen, um Schulen bei der Reglementierung von Smartphones während des Schulaufenthalts zu unterstützen. Zum Schutz einer gesunden und angstfreien Entwicklung aller Kinder und Jugendlichen an Schulen sowie zur Schaffung einer förderlichen Lernumgebung sei dieser Schritt aus Sicht der Stadträte unumgänglich. Die Nachteile einer unkontrollierten Smartphone-Nutzung überwiegen die möglichen Vorteile bei weitem.

Aktuelle Studien, darunter eine repräsentative Umfrage der Barmer Krankenkasse, zeigen alarmierende Zahlen: Fast 40 % der Schülerinnen und Schüler sind bereits Opfer von Mobbing und insbesondere Cybermobbing geworden, wobei die Schule häufig der zentrale Ort des Geschehens ist. Die psychischen Belastungen, die mit Cybermobbing und dem freien Zugang zu nicht altersgerechten, verstörenden Inhalten einhergehen, können zu ernsthaften gesundheitlichen Problemen führen. Ein Viertel der Opfer von Cybermobbing gab an, unter Suizidgedanken zu leiden.

Trotz bestehender Möglichkeiten, Handys während der Schulzeit in einzelnen Schulgemeinschaften zu untersagen, sind diese Maßnahmen oft unzureichend. Der öffentliche Brandbrief der Friedenauer Friedrich-Bergius-Schule, an der ein solches Handyverbot wirkungslos blieb, verdeutlicht die Dringlichkeit einer allgemeinen gesetzlichen Regelung. Auch viele Schulen und Eltern wünschen sich zum Schutz ihrer Kinder verbindliche Regelungen.

Das Land Brandenburg hat gezeigt, dass ein solcher Schritt möglich ist. Ein grundsätzliches Verbot von Smartphones sollte jedoch auf die gesamte Schulaufenthaltsdauer und ebenso auf die Ober- und berufsbildenden Schulen ausgeweitet werden. Während digitale Medien eine wichtige Rolle in der Gesellschaft spielen, ist es entscheidend, die negativen Auswirkungen einer ungesteuerten Nutzung zu minimieren. Der Initiator der Initiative, Familien- und Gesundheitsstadtrat Gordon Lemm (SPD):

„Die inzwischen erkennbaren Auswirkungen eines unkontrollierten Smartphone-Gebrauchs durch Kinder und Jugendliche zwingen uns zum Handeln. Während die negativen Folgen völlig evident sind, schauen wir als Gesellschaft und Verantwortliche in der Politik weitestgehend tatenlos zu oder überlassen die Lösung der Probleme den Schulgemeinschaften. Sowohl Eltern als auch der Gesetzgeber tragen hier Verantwortung, um das gute, gesunde Aufwachsen unserer Kinder zu ermöglichen. Gerade in diesem Bereich ist der elterliche Einfluss aber überschaubar. Mehr als die Hälfte der in der Barmer-Studie befragten Eltern gaben an, ihren Kindern im Internet freie Hand zu lassen. Smartphones sind für uns alle wichtige Werkzeuge für Wissenserwerb, Kommunikation und Unterhaltung. Ein grundsätzliches Handyverbot an Schulen soll nicht im Widerspruch zum Erlernen von Medienkompetenz stehen, sondern diese ermöglichen. Über die negativen Folgen insbesondere für Heranwachsende wird aktuell nicht in ausreichendem Maße gesprochen oder gewarnt. Wenn es zutrifft, dass viele Kinder an Schulen verstörende und altersunangemessene Videos und Bilder sehen und teilen, die zunehmende Nutzung digitaler Medien zu Vereinsamung, Verrohung und Angstzuständen führen kann und Mobbing, Erpressung und Ausgrenzung inzwischen vornehmlich digital ausgetragen werden, ist es für mich völlig unverständlich, warum wir dies als Gesellschaft dulden sollten.

Es gibt kein Grundrecht auf Smartphone-Nutzung und -missbrauch während der Schulzeit.

Wir sollten hier ein klares Zeichen setzen und Kindern und Jugendlichen diesen einen Rückzugsort geben und damit zur psychosozialen Entlastung unserer Schülerinnen und Schüler beitragen. Ich glaube, dass ein Handyverbot an unseren Schulen nicht nur dem sozialen Klima und dem Lernerfolg helfen, sondern auch viele Eltern dazu animieren würde, sich ernsthafter mit den Gefahren und Risiken einer inhaltlich wie zeitlich unbeschränkten Nutzung von Smartphones auseinanderzusetzen.“

[1] Offener Brief zum Handyverbot an Schulen (mit weiteren Links)


Mehrheit der Jugendlichen für Handyverbot in Schulen

lautet die Überschrift einer Meldung in der Berliner Zeitung vom 24.9.2025. Aus der dort zitierten Jugendstudie „Zwischen Bildschirmzeit und Selbstregulation“ wird deutlich, dass eine Mehrheit der Jugendlichen in Deutschland ein Handyverbot in Schulen befürwortet.

„60% der Befragten sprechen sich für ein Handyverbot im Unterricht oder Klassenzimmer aus.“

Hervorhebungen durch Schulforum-Berlin

Altersgrenzen für Social Media-Nutzung und Einschränkung suchterzeugender Funktionen

Leopoldina-Diskussionspapier empfiehlt besseren Schutz von Kindern und Jugendlichen

Ausschnitt aus dem Titelbild der Studie der Leopoldina

In dem am 11.08.2025 veröffentlichten Diskussionspapier der Nationalen Akademie der Wissenschaften Leopoldina [1] schlagen die beteiligten Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler die Anwendung des Vorsorgeprinzips vor. Es besagt, dass vorbeugende Maßnahmen ergriffen werden sollten, wenn es Hinweise auf mögliche schädliche Auswirkungen gibt, auch wenn wissenschaftlich noch nicht vollständig geklärt ist, wie groß das Risiko tatsächlich ist. In dem Papier „Soziale Medien und die psychische Gesundheit von Kindern und Jugendlichen“ geben sie Handlungsempfehlungen, um Kinder und Jugendliche vor negativen Folgen sozialer Medien zu schützen. Nachfolgend ein Auszug:

Handlungsempfehlungen

Unter dem Abschnitt „Maßnahmen für Bildungseinrichtungen“ schreiben sie auf S. 40:

Wir empfehlen, die Nutzung von Smartphones in Kitas und Schulen bis einschließlich Klasse 10 zu untersagen.

Smartphones sind die bei Jugendlichen am häufigsten vorhandenen digitalen Endgeräte und daher zentral für die Nutzung sozialer Medien durch Kinder und Jugendliche. Wie [bereits] dargestellt, zeigen Studien, dass ein solches Verbot positive Effekte auf Wohlbefinden, Sozialverhalten und schulische Leistungen haben kann. Auch wenn andere Untersuchungen kaum Vorteile solcher Maßnahmen feststellen konnten, halten wir ein Smartphoneverbot als Teil eines umfassenden Schutzkonzepts für sinnvoll. Entscheidend sind dabei die pädagogische Begleitung sowie eine regelmäßige Evaluation der Wirkung. (S. 40)

Im Kontext der digitalen Bildung ist es wichtig, ein Verständnis für die Geschäftsmodelle von Social-Media-Anbietern und deren Umsetzung in Form konkreter Nutzungsangebote zu entwickeln. Ebenso sollten Machtstrukturen im Internet und in sozialen Medien thematisiert sowie Medienkompetenzen vermittelt werden – etwa Methoden zur Identifizierung von Falschnachrichten und vertrauenswürdigen Quellen. (S. 41)

Die Nutzung sozialer Medien für schulische Zwecke (z. B. zur Organisation oder Kommunikation im Klassenverband) sollte hingegen kritisch hinterfragt und auf das Mindestmaß beschränkt werden. Wenn ein Einsatz erforderlich ist, sollten bevorzugt unproblematische Anwendungen – etwa datenschutzfreundliche Messengerdienste – zum Einsatz kommen. (S. 42)

Im Zentrum der Kampagne sollten die kurz- und langfristigen Folgen problematischer Mediennutzung stehen. Zudem sollte die Vorbildfunktion von Eltern deutlich benannt werden. Regeln im Umgang mit sozialen Medien sollten klar, alltagstauglich und altersgerecht sein und Eltern, Kindern sowie Jugendlichen gleichermaßen Orientierung bieten. (S. 43)

Zu erforschen sind unter anderem sensible Entwicklungsfenster, Wechselwirkungen mit der elterlichen Mediennutzung, die Rolle von Peers sowie die Auswirkungen kommender KI-gestützter Social-Media-Formate – etwa sogenannter virtueller Freunde oder sozialer Halluzinationen, bei denen Künstliche Intelligenz den falschen, aber subjektiv absolut überzeugenden Eindruck authentischer sozialer Interaktion erzeugt. (S. 44)

In Anbetracht der individuellen und gesellschaftlichen Risiken, die mit der Nutzung sozialer Medien durch Kinder und Jugendliche somit einhergehen, besteht aus Sicht der Autorinnen und Autoren dieses Diskussionspapiers daher kurzfristiger Handlungsbedarf. Bund und Länder sollten wirksame Maßnahmen zum Schutz dieser besonders vulnerablen Altersgruppe ergreifen. Heranwachsende sollten vor den Risiken sozialer Medien geschützt werden. (S. 45)

Die altersdifferenzierte Schutzstrategie […] vereint regulatorische, technische und pädagogische Maßnahmen sowie gesellschaftliche Aufklärung zu einem abgestimmten Maßnahmenbündel:

Für Kinder unter 13 Jahren sollte unserem Vorschlag zufolge die Einrichtung eigener Social-Media-Accounts untersagt sein, da entsprechende Angebote für diese Altersgruppe grundsätzlich ungeeignet sind. (S. 45)

Für 13- bis 17-jährige Jugendliche sind hingegen altersgemäße Einschränkungen von Plattformfunktionen erforderlich – etwa der Ausschluss personalisierter Werbung und der Verzicht auf die Erstellung individueller Nutzungsprofile. (S. 45)

Für 13- bis 15-jährige Kinder und Jugendliche befürworten wir darüber hinaus eine elterliche Begleitung, die durch einfach zu handhabende Lösungen unterstützt wird. Die Einhaltung der Altersgrenzen erfordert eine verlässliche Infrastruktur zur Altersverifikation, deren Einführung wir empfehlen. (S. 45)

In Bildungseinrichtungen sollte darüber hinaus die Nutzung von Smartphones bis einschließlich Klasse 10 untersagt werden. (S. 46)

Kritisch zu sehen ist so etwa das Prinzip der Aufmerksamkeitsökonomie, das im Zentrum vieler digitaler Geschäftsmodelle steht; denn die Extraktion und Monetarisierung von Aufmerksamkeit fördert technologische Strategien zur Maximierung der Nutzerbindung und schafft gezielt suchtfördernde Strukturen im digitalen Raum. Die rasante technologische Entwicklung im Digitalsektor befeuert diese ökonomisch motivierte Tendenz noch, weshalb sich die sozialen Medien ebenso rasant weiterentwickeln: Immer leistungsfähigere Algorithmen und KI-Systeme werden eingesetzt, um Nutzerverhalten vorherzusagen und mittels emotionaler Bindung zunehmend zu steuern. (S. 46)

Der Schutz junger Menschen vor den Gefahren sozialer Medien erfordert nicht nur sektorale Maßnahmen, sondern muss eingebettet sein in eine umfassende deutsche und europäische Strategie für digitale Resilienz und digitale Souveränität. Es geht um den Erhalt politischer und persönlicher Handlungsfähigkeit im digitalen Zeitalter – durch klare Regeln, wirksame Kontrollen, internationale Kooperation und einen normativen Rahmen, der den Schutz des Kindeswohls ins Zentrum stellt. (S. 47)

In einem Video [2] stellt Prof. Dr. Ralph Hertwig, Direktor am Max-Planck-Institut für Bildungsforschung in Berlin und Mitautor des Diskussionspapiers, die Handlungsempfehlungen vor.


[1] https://www.leopoldina.org/ergebnisse-und-termine/publikationen/detail/soziale-medien-und-die-psychische-gesundheit-von-kindern-und-jugendlichen-2025

[2] Link zum Video: https://www.youtube.com/watch?v=2l5Qcu1_Fpc

Wie TikTok & Co. das Lernen erschweren

Studien der TU Braunschweig zu Kurzvideos und Wissenserwerb zeigen gravierenden Einfluss

10. Juni 2025, aus der Pressemitteilung der TU Braunschweig

Ob und wie sich Kurzvideos auf Social Media-Plattformen auf unsere Denkweise und unser Lernen auswirken – das hat die Technische Universität Braunschweig in zwei Studien untersucht, die in der Fachzeitschrift „Computers & Education“ veröffentlicht wurden.

Die bunten Schnipsel zwischen zehn und 60 Sekunden Länge sind unterhaltsam, schnell und einfach konsumierbar sowie visuell ansprechend.

Kurzvideos fördern offenbar ein oberflächliches Verarbeiten von Informationen, können rationales Denken verdrängen und eignen sich für die Wissensvermittlung weniger gut als textbasiertes Lernmaterial.

Das sind zentrale Ergebnisse zweier Untersuchungen, in denen das Institut für Pädagogische Psychologie der TU Braunschweig die Auswirkungen von Kurzvideokonsum analysiert hat.

Schnelle Clips, seichtes Lernen

Das Ergebnis war eindeutig: Die Teilnehmenden, die den Lernstoff in Form von Kurzvideos vermittelt bekamen, schnitten im anschließenden Wissensquiz schlechter ab als diejenigen, die mit Texten gelernt hatten. Darüber hinaus zeigte sich, dass bereits das dreiminütige Anschauen einer Sammlung von Kurzvideos zu einer Präferenz für einen oberflächlichen Lernansatz und somit für oberflächliches Lernen führte. Bei diesem Ansatz, der auf möglichst geringem Aufwand beruht, werden Inhalte auswendig gelernt, ohne sie wirklich durchdringen oder verstehen zu wollen. Forschungen zeigen: Wer so lernt, erzielt oft schlechtere Leistungen.

Kurzvideos im Unterricht stellen keinen Ersatz für tiefgehende Lernprozesse dar.

Was bedeutet das nun konkret für Lernende, aber auch für Eltern, Lehrer*innen und Dozent*innen? Kurzvideos sind zwar ein wirksames Mittel, um Aufmerksamkeit zu gewinnen – doch sie reichen offenbar nicht aus, um Wissen nachhaltig zu verankern. Aufgrund ihrer begrenzten Länge bieten sie meist nur einen sehr oberflächlichen Einstieg in ein Thema. Zudem beinhalten sie häufig eine Vielzahl gleichzeitig ablaufender Reize (wie schnelle Bildwechsel, gesprochene Sprache, Untertitel, Effekte und/oder Musik). Diese sind nicht alle für den eigentlichen Wissensgewinn notwendig, können aber zu kognitiver Überlastung führen und eine tiefergehende Verarbeitung erschweren.

Problem: Smartphones in der Schule

Der nachfolgende Text ist aus einem Interview des Tagesspiegels vom 10. Mai 2025 mit Wilfried Seiring. Als erster Landesschulamtsleiter war Seiring von 1990 – 1998 Vorgesetzter aller Lehrkräfte in Berlin. Im Interview nimmt er zu mehreren Themen Stellung, so auch zur Nutzung des Smartphones in der Schule. Interview: Susanne Vieth-Entus.

TSP: Sie erleben als Zeitzeuge in den Schulen, dass die Aufmerksamkeitsspanne der Schülerinnen und Schüler abnimmt. Wie erklären Sie sich das?

Seiring: Das hat sicher mehrere Gründe, ich führe das zum großen Teil auf die Smartphones zurück. Wir haben dieses Problem überhaupt nicht im Griff, wobei das Problem viele Facetten hat. Die Schüler sagen mir, dass sie ungefähr vier bis fünf Stunden pro Tag ihre Handys nutzen, laut Studien sind es sogar mehr, und man sieht ja auch, dass die Kinder und Jugendlichen, wenn sie aus der Schule kommen, zwar nebeneinander hergehen, aber nicht miteinander sprechen.

Was soll man Ihres Erachtens dagegen tun?

Berlins Senatorin [für Bildung, Jugend und Familie, Katharina Günther-Wünsch] hat ja Verschiedenes angepackt, sie kann nicht alles schaffen. Aber ich denke, es ist falsch, dass sie die Bedingungen der Handynutzung den Schulen überlassen hat. Andere Länder sind da weiter. Ich finde, wichtig wäre ein Appell der Senatorin, der mit den Ergebnissen wissenschaftlicher Untersuchungen zeigt, wie gefährlich die übermäßige Handynutzung ist. Es müsste in Richtung Handyverbot gehen. Das wäre auch ein Appell an die Elternschaft, selbst mehr auf ihre eigene Handynutzung zu achten – zu oft fehlt da ein beispielhaftes Modell.

Die Eltern sind ein Teil des Problems?

Auf jeden Fall. Eines der schlimmsten Erlebnisse ist für mich, wenn ich sehe, dass junge Mütter, deren Kinder im Kinderwagen den Augenkontakt suchen, die ganze Zeit, währen sie die Kinderwagen schieben, in ihre Handys gucken und Nachrichten senden.


Zum Thema Smartphones in der Schule nimmt am 2. Mai 2025 in einem Interview der taz mit der Überschrift „Nicht warten, dass der Staat etwas macht“ der Medienwissenschaftler an der Universität Erfurt, Danny Schmidt, Stellung. Interview Paula Schuhrbohm.

taz: Viele Schulen sind von der Social-Media-Nutzung im Schulalltag überfordert und reagieren mit einem Handyverbot. Ist das die Lösung?

Schmidt: Die Australier machen es gerade eindrucksvoll vor – Social-Media-Verbot für Jugendliche unter 16. Es ist wissenschaftlich belegt, unter anderem durch die aktuelle Studie der DAK aus dem Jahr 2025, dass der Konsum von Social Media für Jugendliche schädlich sein kann. Im Grunde haben wir es hier fast mit einem Fall für den Jugendschutz zu tun. Um einen Vergleich zu bemühen:

Bei Alkohol wissen wir als Gesellschaft, dass der Konsum besonders bei Jugendlichen Schäden verursachen kann. Die Folge: Wir verbieten den Konsum von Alkohol für Jugendliche unter 16 Jahren. Wir fangen nicht stattdessen an, an den Schulen Kompetenzworkshops über den verantwortungsvollen Konsum von Alkohol anzubieten.

Ein generelles Social-Media-Verbot bis zum 16. Lebensjahr ist also die Lösung?

Das wäre meine Empfehlung – und auch die vieler Kolleg:innen. Medienkompetenz kann sich dann Schritt für Schritt durch ein festes Schulfach und mit kompetenter Expertise von Lehrer:innen entwickeln. Durch schulische Medienbildung lernen die Schüler:innen nicht nur Medienkompetenz, sondern auch Lebenskompetenzen. Und das passt wunderbar zur Schule – einem Ort, der Menschen mit Lebenskompetenzen versorgen sollte.

Die Jugendlichen sind jetzt schon ständig von Social Media umgeben. Wie soll die Umsetzung funktionieren?

Es ist jetzt eine zivilgesellschaftliche Aktivierung gefragt. Also nicht zu sagen, man wartet, bis der Staat etwas tut, sondern selbstverantwortlich handeln. Man kann sich mit anderen Eltern zusammensetzen und als Gruppe das Problem lösen. Das Phänomen Social Media ist etwas mehr als 15 Jahre alt – beziehungsweise jung. Wir sind sozusagen teilnehmende Beobachter:innen eines laufenden „technologischen Experiments“ und kommen jetzt immer mehr zu dem Ergebnis, dass die Art, wie wir mit Social Media umgehen, schädlich ist – für die Individuen selbst und für die Gesellschaft als Ganzes. Vielleicht ist es an der Zeit zu sagen, dass wir aufgrund der wissenschaftlichen Erkenntnisse eine Pause machen sollten.

Textauswahl in den Interviews durch Schulforum-Berlin

siehe auch:

Handys im Unterricht – ein klares NEIN!

Weil das Angebot süchtig macht: Staaten müssen Kinder vor Social Media schützen

Technologie in der Bildung: EIN WERKZEUG – ZU WESSEN BEDINGUNGEN?